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Pinguine können keine Kuchen backen | Brencis Udris und Vera Bommer | Bild: Judith Schlosser

Das Ende vom Anfang

Per Slapstick in die Katastrophe

Das Theater Kanton Zürich feierte in Winterthur die Premiere von Sean O'Caseys Farce «Das Ende vom Anfang». Ein Paar vor den Trümmern seiner materiellen Existenz findet sich wieder.

Turbulenter Einakter mit Slapstick-Momenten

Diesmal treibt Darry Berrill es zu weit: Als der Bauer seiner Frau Lizzie zum x-ten Mal vorhält, wie viel einfacher die Hausarbeit als die Arbeit draussen auf dem Feld sei, wirft sie ihm die Kittelschürze hin. Sie geht die Wiese mähen; er soll derweil die Wäsche waschen, das Geschirr spülen, die Hühner und das Schwein füttern sowie nach der Kuh schauen, die am Abhang weidet. Das alles sei ein Klacks, behauptet Darry forsch, worauf Lizzie im Weggehen meint: «So Gott will, stehen, wenn ich wieder komme, zumindest noch die Wände.»

Prophetische Worte, denn natürlich geht in «Das Ende vom Anfang» alles schief. Der Einakter stammt aus dem Jahr 1937 und gehört zu den populärsten Werken des irischen Dramatikers Sean O’Casey (1880-1964). Er ist eine Art «Dick und Doof in Irland», denn bald tritt Darrys Nachbar Barry Derrill auf, tapsig gespielt von Stefan Lahr. Barry ist kurzsichtig, sonst aber körperlich und geistig fitter als der ebenso faule wie dicke Darry (Andreas Storm). Das hindert Darry freilich nicht, den armen Barry herumzukommandieren und ihm die Schuld für all die Fehler zuzuschieben, die eigentlich er, Darry, gemacht hat. «Für mich ist O’Casey eine Art volkstümlicher Beckett», sagt der Regisseur der Aufführung, Felix Prader. Wohl deshalb hat er Werner Hutterli ein abstraktes Bühnenbild bauen lassen. Dieses besteht lediglich aus drei mit Papier bespannten Wänden, in die drei Klappen eingelassen sind. O’Casey reiht aber viele Slapstick-Momente aneinander: Da müssen Geschirr und ein Fenster zu Bruch gehen, und vor allem muss man durch einen Kamin ein Seil ziehen können. Sonst funktioniert das Stück nicht wirklich.

Nichts ist mehr, wie es war

Männer können keinen Haushalt. Männer machen vieles kaputt. Und rumsdibums bauen sie so die Welt ein bisschen um. Das Theater Zürich zeigt Sean O’Caseys Farce «Das Ende vom Anfang». Eine grandiose Groteske. Und ein Endspiel zugleich.

Von Stefan Busz

Eine Kuckucksuhr an der Wand. Ein Besen in der Ecke. Eine Öllampe am Boden. Eine Glühbirne über der Bühne. Mehr Gegenstände gibt es nicht im Raum, den Werner Hutterli für Felix Praders Inszenierung von Sean O’Caseys Einakter «Das Ende vom Anfang» in das Theater Kanton Zürich gestellt hat.So sieht, ganz am Anfang, die Ordnung der Dinge aus. Jeder Gegenstand hat hier seinen Platz. Und die Uhr würde im Gleichmass über das Leben hier bestimmen, ginge alles seinen normalen Gang.

Es geht aber nicht. Am Ende wird alles ein bisschen anders aussehen: Da steht überhaupt nichts mehr. Und das nur, weil sich ein Mann in das Innenleben der Ordnung eingemischt hat.

Er heisst Darry. Die Wiese hätte dieser Bauer von Mann eigentlich mähen müssen an diesem Tag, er latscht aber nur wie immer ein bisschen herum. Und kommt grad mit seiner Frau Lizzie in Konflikt. Sie besorgt das Haus, Darry steht ihr nur im Weg. Aber: Wenn er den Haushalt machen würde, dann ginge alles besser und schneller, sagt der Mann, und «das ist nur der Anfang von dem Ganzen». Gut, sagt die Frau und geht Wiese mähen, «so Gott will, ist es nicht das Ende, und wenn ich wiederkomme, stehen zumindest noch die Wände». So können sich Frauen in ihren Männern täuschen.